Gott

Im Verborgenen

Gestern hab ich für Lilli einen Apfel aufgeschnitten. Ich konnte kaum glauben, wie schön der Apfel innen geformt war – das Kerngehäuse sah aus wie ein Stern. Ich hab das sofort Lilli gezeigt und sie war auch tief beeindruckt. Soviel Schönheit im Verborgenen!

alltagsliebe2013

Das ist doch auch wieder typisch Gott, oder? So verschwenderisch mit seiner Schöpferkraft umzugehen. Eine wunderschöne Sternform in einen Apfel zu legen, der doch sowieso nur zerschnippelt oder im Ganzen gegessen wird. Wieviele Äpfel hab ich in meinem Leben schon gegessen und zerschnitten und erst jetzt ist mir dieses kleine Wunder zu Gesicht gekommen?
Gott liebt das Verborgene, das auf den ersten Blick Unscheinbare. Gott ist unser ‚Vater, der in das Verborgene sieht.‘ (Matthäus 6,4) Er hält uns z.B. dazu an bestimmte Dinge im Verborgenen zu tun – das Spenden, Fasten und Beten. ‚Wenn du aber betest, so geh in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten.‘ (Matthäus 6,6)

Unser Gott braucht kein großes Tamtam, er offenbart sich im leisen Windhauch.
Er kann auch anders. Man denke nur an das geteilte rote Meer, an das Feuer, das vom Himmel fiel, gewonnene Schlachten, die gefallenen Mauern von Jericho und wenn Jesus einmal wiederkommt, wird das so riesig und imposant sein, dass die ganze Welt es mitbekommt. Und doch war sein erstes Kommen in diese Welt unscheinbar und verborgen.

Viel von Gottes Wirken passiert im Verborgenen und wir laufen oft Gefahr es zu verpassen. Wir sind zu ungeduldig. Doch es lohnt sich, Gott im Verborgenen zu suchen und uns selber ins Verborgene zurückzuziehen. Wir werden Wunder entdecken, die wir andernfalls verpasst hätten.

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Loslassen

Letztes Wochenende haben drei Freundinnen und ich eine Ferienwohnung gemietet und den ganzen Samstag hergenommen, um vor Gott still zu sein. Ich hatte im Kopf eine lange Gebetsliste, hatte Bücher dabei und wollte über der ein oder anderen Bibelstelle meditieren. Als ich dann Samstag morgen aufwachte fühlte ich mich mit meiner to-do-Liste überfordert.
Da war mir so, als würde Gott mir zusprechen: ‚Mensch, Inka! Relax doch einfach mal!‘ Und das habe ich dann auch ausgiebig gemacht: die Seele baumeln lassen, viel geschlafen und in alldem hab ich mich von Gott so geliebt und getragen gefühlt. Als ich mich vormittags hingelegt habe, war es draußen noch neblig und trüb und als ich später aufwachte schien die Sonne. Gott kann Situationen ohne mein Zutun verändern…ich muss mich nicht immer reinstressen, mir selber Druck machen…ich darf loslassen.
Gottes Licht kann mein Leben erhellen und ich darf einfach empfangen.

‚Denn so spricht der Herr, der Heilige Israels: Durch Umkehr und Ruhe könntet ihr gerettet werden. Durch Stillsein und Vertrauen könntet ihr stark sein.‘ Jesaja 30,15

‚Sei ruhig in der Gegenwart des Herrn und warte, bis er eingreift.‘ Psalm 37,7

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Outside the box

Ich organisiere viel in unserem Haushalt mit Körben und Boxen.

Ich finde gleich das, was ich suche (zumindest bilde ich mir das so ein.).

Alles schaut ordentlicher aus, auch wenn in den Boxen heilloses Durcheinander herrscht.

Die Kinder räumen lieber auf, wenn alles nur in irgendwelche Behälter geschmissen werden muss.

Und außerdem muss sich ja irgendeiner erbarmen und Ikea ein paar Körbe abkaufen.

Kurzum: ich liebe Körbe. Ich liebe durchsichtige Boxen, wo ich weiß, was drin ist. Ich liebe es Sachen beeinanderzuhalten,  Dinge zu sortieren. Stifte mit Stiften und Briefe mit Briefen und Zeitschriften mit Zeitschriften aufzubewahren.

So gehe ich auch oft mit Gott um. Ich würde Ihn gerne in eine Box packen. Ich möchte ihn für mich fassbar machen. Ich will wissen, wo ich Ihn suchen muss und ich will davon ausgehen, dass Er dann auch genau da ist, wo ich Ihn reinsortiert habe. Ein Gott in einer Box ist vorhersehbar, mit so einem Gott kann ich gut klarkommen.

Als ich meinen Mann kennengelernt habe, hatte er oft ein bestimmtes T-Shirt an. Darauf war ein Viereck abgebildet und neben dem Viereck stand das Wort ‚God‘. Diesem Aufdruck lag ein amerikanisches Sprichwort zugrunde: ‚Think outside the box.‘ Frei übersetzt: ‚Denke außerhalb von Grenzen.‘ Sei kreativ, lass dich nicht einschränken. Gott lässt sich auch nicht einschränken. Er passt in keine Box, keine Grenze hält Ihn, kein Verstand kann Ihn fassen.

Ich muss bereit sein, mich von Gott überraschen zu lassen. Von Seinem Wesen, Seinen Entscheidungen, Seinen Ratschlägen. Ich muss bereit sein, loszulassen, Gewohntes aufzugeben, Neuland zu betreten. Ein Leben mit Gott ist ein Abenteuer. Du kannst versuchen Gott in eine Box zu packen oder du machst dich auf die Reise Gott ohne Vorbehalte kennenzulernen. Es gibt nichts aufregenderes.

‚Denk daran, Gott steht unendlich hoch über unserem Begreifen. Die Zahl seiner Jahre können wir nicht erforschen. Er sammelt die Wassertropfen in Wolken und lässt daraus den Regen fallen. Er rieselt aus den Wolken und kommt allen Menschen zugute. Kann ein Mensch begreifen, wie sich die Wolken auftürmen und der Donner am Himmel rollt?  …
Wunderbar ist Gottes Donnerstimme. Er tut unbegreiflich große Dinge.‘
Hiob 36, 26-29 u. 37, 5

‚Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken‘, sagt der Herr, ‚und meine Wege sind nicht eure Wege. Denn so viel der Himmel höher ist als die Erde, so viel höher stehen meine Wege über euren Wegen und meine Gedanken über euren Gedanken.‘
Jesaja 55, 8-9

‚Wie wunderbar ist doch Gott! Wie unermesslich sind seine Reichtümer, wie tief seine Weisheit und seine Erkenntnis! Unmöglich ist es uns, seine Entscheidungen und Wege zu begreifen!‘
Römer 11, 33

Fotos: Inka

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Ein toter Vogel und Gottes Güte

Vor ein paar Tagen lag bei uns auf dem Balkon ein toter Vogel. Als ich den Kindern erklärte, dass der Vogel wahrscheinlich gegen die Fensterscheibe geflogen und dann gestorben ist, sagte Lilian ganz entsetzt: ‚Aber der Papa hat gesagt, Jesus passt auch auf die kleinen Vögel auf!‘

Was soll man da sagen? Vor allem wenn man selbst gerade durch ein Tal der Trauer geht, das Herz schmerzt und die Tränen fließen…wenn man Gottes Wege nicht versteht und man gerne die Faust gen Himmel heben möchte und schreien möchte: ‚Aber du hast versprochen, dass du gut auf uns aufpasst!‚ Hat man einen Bonus, wenn man an Jesus glaubt? Eine Zusatzversicherung, die uns bewahrt vor bitterem Leid?

Ich sagte zu Lilian: ‚Jesus hat genau gesehen, dass der Vogel gefallen ist.‘ Gottes Güte zeigt sich darin, dass er hinsieht, dass er mitfühlt, dass er mitträgt. Der Vogel war ihm nicht egal. Unser Baby war ihm nicht egal. Meine Alltagssorgen sind ihm nicht egal. Meine Zukunftsängste sind ihm nicht egal.

Jesus bewahrt uns nicht vor Leid in diesem Leben. Aber inmitten von Leid ist er da und zeigt uns seine Güte.

‚Ein kleiner Spatz zur Erde fällt
und Gott entgeht das nicht.
Wenn Gott die kleinen Dinge liebt,
weiß ich, Er liebt auch mich.‘

 

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Gott im Alltag erleben

‚Moses aber hütete die Schafe Jitros, seines Schwiegervaters, des Priesters in Midian, und trieb die Schafe über die Steppe hinaus und kam an den Berg Gottes, den Horeb. Und der Engel des Herrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus dem Dornbusch.‘ 2. Mose 3, 1-2

‚Mose war mitten in seiner alltäglichen Arbeit, als der Engel des Herrn zu ihm kam. Gott gibt Seine Offenbarungen gerne mitten in unseren Alltag hinein. Er sucht sich einen Mann aus, der eine gewöhnliche Straße entlang geht und ‚plötzlich umleuchtete ihn ein Licht vom Himmel‘ (Apg. 9,3). Und ‚eine Leiter stand auf Erden‘ (1. Mose 28,12) und die Herrlichkeit des Himmels veränderte ein Leben voller Last in ein Leben voller Gnade.
Geliebter Vater, hilf mir ein offenes Herz für dich zu haben, während ich mein alltägliches Leben lebe. Ich bitte dich nicht um übernatürliche Erlebnisse. Ich möchte Gemeinschaft mit dir haben, wenn ich meine täglichen Aufgaben erledige und meinen ganz gewöhnlichen Alltag erlebe.
Und verändere mein kleines Leben durch deine Gegenwart.‘
(aus ‚Streams in the Desert‘, Seite 398
)

lass dein feuer
brennen
in meinem alltag

lass nicht zu
dass ich
mich verliere
in der immerwährenden
gewöhnlichkeit

sondern
lass mich erkennen
wo du mir begegnest
ist heiliges land

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