Herausgefordert

Ist es das wert?

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Ist es das wert?

Alles ist anders. Ich wusste, dass es sich anders anfühlen würde, anders schmecken würde, anders klingen würde – aber jetzt stehe ich hier, mitten in diesem ‚Anders‘ und mein Herz ist ganz überwältigt. Mehr als einmal habe ich mich in den vergangenen Wochen gefragt: ‚War es all die Mühe wert?‘ Die Kündigung unseres Hauses, das wir so sehr geliebt haben, der Verkauf meiner schönen, fast noch neuen Küche, das Weggeben von Möbeln. Der Abschied von Freunden, das Loslassen von Gewohnten, das Ja zu einem Abenteuer, etwas komplett Neuem.

Anfang 2021 hat Gott meinem Mann und mir deutlich aufs Herz gelegt für ein Jahr ein Sabbatical, ein Schabbatjahr, einzulegen (basierend auf 3. Mose 25). Wir spürten ein Drängen, den Dienst, den wir 6 Jahre aufgebaut haben für eine bestimmte Zeit abzugeben und darauf zu hören, was als Nächstes kommen soll. Wir sehnten uns danach zu reflektieren, die schwierigen, schmerzhaften Momente der vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen, Heilung zu empfangen, Bitterkeit loszulassen, für Trauer Trost zu erfahren. Viele Emotionen werden im normalen Alltag einfach unter den Teppich gekehrt. Man hat einfach keine Kraft, keine Zeit, keine Energie sich damit auseinanderzusetzen. Wir spürten ganz deutlich, dass Gott unsere Herzen auf eine Art und Weise anrühren möchte, die besondere Umstände erfordert. Ein bewusstes Herausnehmen aus dem Alltagstrott, ein Abgeben von Pflichten und Verantwortung, um mit ganz leeren Händen vor Jesus kommen zu können.

Die Sehnsucht nach so einer Zeit wuchs nach dem ersten Eindruck immer mehr und trotzdem konnten wir nicht so ganz fassen, dass wir uns das zugestehen dürfen. Ein Jahr Auszeit? Wie soll das funktionieren? Mit 4 Kindern? Können wir das finanziell stemmen? Können wir untervermieten? Fragen über Fragen über Fragen. Wir ließen für uns beten, führten Gespräche und immer wieder gab Gott uns grünes Licht. Das ist euer Weg. Vertraut mir. Geht einfach los.

Einfach losgehen

Und so gingen wir einfach los. Wir kündigten unser Haus, ohne zu wissen, wo wir in ein paar Monaten wohnen würden. Wir verschenkten unser Auto, ohne zu wissen, wie wir uns ein anderes Auto leisten können. Wir verkauften Möbel, an denen unser Herz hing. Jeder Schritt war radikal und kompromisslos. Wir ahnten recht schnell: diese Ruhe, in die Gott uns ruft, hat ihren Preis. Sie ist nicht billig. Immer wieder überwältigten uns die vielen Herausforderungen, die auf uns warteten auf unserem Weg in dieses Land der Ruhe. Wir fühlten uns ein bisschen wie die Israeliten, die Ägypten hinter sich ließen, von Gott gerufen in ein Land ‚wo Milch und Honig fließen‘, nur um sich dann vor einem Meer wiederzufinden, das wie eine Mauer zwischen ihnen und der Verheißung stand. Wir brauchten Wunder, flehten Gott um Durchbrüche, um geteilte Meere an – und Gott war treu. Immer wieder bestätigte er unser Losgehen, unser Ja und mutig gingen wir weiter.

Woanders

Es wird empfohlen ein Sabbatical an einem Ort zu machen, der komplett woanders und anders ist. In der gewohnten Umgebung kommt man einfach nicht so intensiv zur Ruhe. Weil mein Mann Amerikaner ist und wir schon lange den Traum hatten mit unseren Kindern einmal in den USA zu wohnen, war für uns relativ schnell klar, dass wir in die USA gehen werden. Außerdem spüren wir, dass in Amerika gerade ein geistlicher Aufbruch stattfindet, ein Wehen des Heiligen Geistes, und wir wollen so gerne davon schmecken.

Gott hat Türen geöffnet und seit gut 3 Monaten leben wir nun im Süden der USA. Unser Haus, das Gott uns auf wundersamen Wegen gegeben hat, steht zwischen großen alten Bäumen, das spanische Moos hängt träge daran und bewegt sich langsam im Wind. Vom Esstisch blicke ich in einen Park mit Spielplatz. Nur zwei Häuserblöcke entfernt fließt ein breiter Fluss, der ein paar Kilometer weiter im Meer mündet. Eine traumhafte Umgebung, die wir alle genießen.

Ein schweres Herz

Und trotz all dem Schönen ist mein Herz ganz schwer und versucht sich in diesem Neuen einen Weg zu bahnen. Ich habe diese Schwere erwartet und weiß, dass es nach großen Veränderungen ganz normal ist sich so zu fühlen. Am Anfang eines Sabbaticals machen sich nicht selten depressive Gedanken breit: man ist von seinen Aufgaben losgelöst, fühlt sich haltlos, entwurzelt, hinterfragt, erinnert sich…es ist so viel, was plötzlich Raum hat aufzubrechen und Aufmerksamkeit einzufordern. Und obwohl ich darauf vorbereitet war und wusste, dass sehr wahrscheinlich erstmal ein Gefühlschaos mich erwartet, ist es doch schwierig und mühsam mich da durchzuarbeiten. Immer wieder drängt sich mir die Frage auf: ‚Ist es das wirklich wert?‘

Ich frage mich, ob Maria für einen kurzen Moment ähnlich dachte, nachdem sie ihre kostbare Flasche mit Nardenöl zerbrach und den Inhalt Jesus über die Füße goss. Ich frage mich, ob die israelitischen Mütter nach dem Weggehen aus Ägypten, dem hastigen Packen, dann mitten in der Wüste mit einem Blick auf ihre Kinder ähnlich dachten. Ich frage mich, ob Josef für einen Moment so empfand, nachdem er seine Träume seinen Brüdern mitgeteilt hatte und daraufhin alles verloren hatte – war es das wert? Die Jünger, die auf den Ruf Jesu geantwortet hatten und ihre Lebensgrundlage, ihre Existenz, einfach hinter sich ließen. Vielleicht, abends am Lagerfeuer, kam der Gedanke hoch: war es das wert?

Wie oft fragst du dich in deiner Nachfolge: ist es das alles wert? Wie oft hast du Jesus schon dein Ja gegeben und Zweifel nagten an deinem Herzen und du fragtest dich: war es das wert? Wie oft war der Preis für deine Treue so hoch, dass du gedacht hast, du könntest ihn nicht bezahlen? Wie oft war das Opfer dann doch so umfangreich, dass es dich so schmerzte, es zu bringen? War es das wert?

Zeit für Durchbrüche

Ich glaube, dass Gott diese Zeit der Umbrüche dazu verwenden möchte uns in Durchbrüche hineinzuführen. Der Boden, auf dem wir stehen, wankt, vieles ist aus den Fugen geraten. Wir können uns krampfhaft an Altem festhalten und mit zugekniffenen Augen hoffen, dass der Sturm bald vorüberzieht – oder wir nutzen den Gegenwind als Aufwind und lassen uns vom Heiligen Geist in das Neue ziehen, das er für uns vorbereitet hat. Ich glaube, dass Gott in dieser Zeit, wo die Welt sich nach Gesundheit sehnt, tiefe innere Heilung ausgießen will. Eine Gesundheit, die himmlisch ist, die sich durch die Wunden und Narben unserer Seele ausbreitet. Ein süßer Balsam, der sich nährend und heilend auf unsere verletzten Herzen legt.

Ich glaube, dass Gott uns vorbereiten möchte für eine Zeit der Erweckung, eine Zeit, wo wir Salz und Licht sein müssen. Die Dunkelheit wird sich verstärken, aber in gleichem Maße wird das Licht aufbrechen und hell scheinen. Wir brauchen einen klaren Kompass für diese Zeiten, klare Erkenntnisse, himmlische Offenbarungen. Wir brauchen Mut, Hingabe, Opferbereitschaft, Liebe, Hoffnung. All das möchte Gott in unsere Herzen pflanzen, die Saat austeilen und bewässern. Und diese Hingabe hat ihren Preis. Dieser Acker sein zu können, der sich fruchtbar dem öffnet, was Gott hineinlegen möchte, fordert einen Preis. Dieser Boden muss sich aufbrechen lassen. Disteln und Dornen müssen entfernt werden, Steine weggetragen werden, Unkraut ausgerissen werden. Es schmerzt so ein Boden zu sein, wo Gott Neues hineinpflanzen kann. Aber – wie groß die Freude, wenn das Neue wächst und sich durch die Oberfläche einen Weg bahnt. Wie groß der Segen, wenn die Farbenpracht explodiert. Wie groß die Belohnung, wenn die Ernte eingefahren werden kann.

Um meine eigene Frage zu beantworten: Ja, es ist es wert. Alles ist es wert. Für Jesus. Ein Herz, das sich ganz in die Nachfolge gibt, das kompromisslos dem Ruf Gottes folgt, ist wertvoller als Gold. Ja, es wird im Feuer geläutert und gereinigt, das schmerzt und brennt – aber der Glanz überstrahlt alles.

 

Gehe tiefer:

Verspürst du den Ruf Gottes? Wohin ruft er dich? (Das muss kein lokaler Wechsel sein, sondern kann z.B. auch eine neue Richtung bedeuten, in die du deine Gedanken lenkst)

Bist du bereit zu gehen, auch wenn es dich viel oder sogar alles kostet?

Lässt du zu, dass der Heilige Geist in dieser Zeit deinen Herzensboden aufbricht?

Welche Samen möchte Gott in deinen Herzensboden pflanzen?

Was würde es dich kosten, dass dein Herzensboden kultiviert werden kann und fruchtbarer wird? Welches Unkraut muss ausgerissen werden, welche Steine weggetragen werden?

Land der Ruhe

Stell dir vor: Gott ruft dich. Er legt es dir aufs Herz, eine Entscheidung zu treffen, die weitreichende Folgen für dich und deine Kinder hat. Stell dir vor, er ruft dich in eine Zeit der Ruhe, wenn es doch so viel zu tun gibt. Stell dir vor, er fordert dich heraus alles hinter dir zu lassen und ihm nachzufolgen, obwohl du nicht alle Antworten hast.

Klingt herausfordernd, oder?

Genau da standen mein Mann und ich die vergangenen Monate. Gott hat uns in ein Sabbatical gerufen. Ein Jahr der Ruhe, ein Jahr voller Fokus auf ihn, ein Jahr mit unserer Familie im Mittelpunkt. Ein Jahr, nach dem wir uns gesehnt haben und nicht wussten, dass wir es tatsächlich erleben würden. Ein Jahr, das seinen Preis hat.

Wer uns kennt, der weiß, dass wir das Abenteuer mit Jesus lieben. Wir genießen es, ‚all in‘ zu sein, nichts zurück zu halten, auf dem Wasser zu gehen, uns mit allem, was wir sind und haben voller Vertrauen an Jesus zu hängen. Wir haben aufgrund dieser Lebenseinstellung schon die wunderbarsten Gebetserhörungen erlebt und sind von Gott reich beschenkt worden. Er lässt seine Kinder nie im Stich. Gleichzeitig mussten wir auch die Momente ‚vorher‘ aushalten, im Nebel, wenn alles auf der Kippe stand, wenn wir dasselbe Gebet wieder und wieder Gott ans Herz legten und sich scheinbar nichts bewegte. Wir lernten in diesen ‚Zwischendrin‘ Momenten, was Glaube ist. Wie es sich anfühlt, ‚festzustehen in dem was man hofft und überzeugt zu sein von Dingen, die man nicht sieht.‘ (Hebräer 11,1). Wie lächerlich das von außen oft aussieht. Wie naiv. Wie dumm. Und trotzdem haben wir genau in diesen dunklen Momenten gelernt voller erwartungsfroher Hoffnung zu sein – denn Gott hat sich uns als Vater offenbart, der uns die Wünsche unseres Herzens gibt.

Und so hat es uns fast nicht gewundert, als wir Anfang des Jahres dieses Ziehen im Herzen verspürt haben, dieses sanfte, unaufdringliche Reden Gottes. Es hat uns nicht überrascht, dass sein Ruf das eigene Zuhause aufzugeben genau in einer Zeit kommt, wo die Welt einem vorgaukelt, man wäre zu Hause am sichersten. Es war nichts Neues, dass seine Pläne unsere gehörig durcheinander geraten ließen. Es fühlte sich vertraut und richtig an.

Der Gedanke an ein Sabbatical war erstmal überwältigend. Was ist ein Sabbatical? Wie funktioniert das? Was erwartet uns? Wir haben viele Gespräche geführt, haben uns Ratschläge geholt, mit anderen gebetet. Jemandem haben wir gesagt: ‚Es ist menschlich unmöglich. Wir haben das Geld nicht, wir wissen nicht so recht wohin. Wir haben überhaupt keine Antworten.‘ ‚Das klingt nach Gott‘, war die Reaktion.

Ja, das klingt nach Gott. Gott schmunzelt über die scheinbaren Unmöglichkeiten, die uns so oft davon abhalten ihm unser Alles zu geben.  Es tut so gut, Gott inmitten von Unsicherheiten und großen Glaubensschritten zu fühlen. Das macht uns lebendig und lässt uns mit Zuversicht vibrieren.

Unser Abflug steht bevor. Wir werden Deutschland für das Sabbatical verlassen, weil uns ein weiser Rat gegeben wurde, dass ein Sabbatical nur dann wirklich erfolgreich sein kann, wenn man die alltägliche, gewohnte Umgebung verlässt. Das Land der Ruhe hat also einen Preis. Welchen Preis sind wir bereit zu zahlen, um dort anzukommen, wo Gott uns haben möchte?

Die Liste bei Ebay Kleinanzeigen wird immer länger. Wir verkaufen fast alle Möbel, nehmen nur das Nötigste mit, verabschieden uns von viel Krimskrams, der bis vor kurzem selig im Dachboden ruhte. Im Aussortieren wird mein Herz ein bisschen leichter, nach den vielen, vielen Gesprächen, Absprachen, Übergaben wird es nun tatsächlich real: wir sind dann mal weg. Ich glaube, dass während des Jahres, das vor uns liegt, ähnliches mit unserem Herzen passieren wird: wir werden weggepackte Emotionen hervorholen, anschauen, loslassen. Es wird bestimmt hin und wieder weh tun und gleichzeitig werden wir leichter und unbeschwerter werden.

Es tut gut aktiv zu werden, Boxen zu füllen und gleichzeitig wird mir beim Packen die Größe unserer Entscheidung greifbar und manchmal bekomme ich Angst vor der eigenen Courage. Sobald ich anfange das ganze Vorhaben menschlich zu betrachten, bekomme ich kalte Füße. Sobald ich, wie Petrus, auf die Wellen blicke, gehe ich unter. Wie dankbar bin ich für die Gebete von denen, die den Ruf Gottes mit uns und für uns gehört haben. Die uns Rückendeckung geben, wenn alles als zu viel erscheint. Die uns die Arme hochhalten. Die für uns Glauben haben, wenn unserer nicht mal mehr einem Senfkorn gleicht. Nachfolge geht nicht alleine. Wir brauchen einander.

Wir als Familie fahren seit Wochen eine emotionale Achterbahn. Vorfreude und Zweifel geben sich manchmal im Minutentakt die Klinke in die Hand. Erst malen wir uns freudig aus, was wir alles erleben werden und im nächsten Moment fließen die Tränen, weil wir vieles vermissen werden. Für die Kinder ist es besonders herausfordernd. Wir beten für sie, halten sie im Arm, wohl wissend, dass Gott, ihr himmlischer Papa, sie so viel mehr liebt als wir und genau weiß, was sie brauchen.

Ich möchte dich in die nächste Zeit mit hinein nehmen. Denn ich glaube, dass Gott nicht nur uns in die Ruhe führen möchte. Tatsächlich sollte seine Ruhe ein fester Bestandteil unseres Lebens mit ihm sein. Nur in seiner Ruhe können wir stark sein. Nur wenn wir in ihm ruhen, können wir leben. Die Ruhe in unserem Leben ist stark umkämpft. Der Feind ist laut und ein nerventötender Störenfried. Immer wieder versucht er uns abzulenken, unruhig zu machen, vom Kurs abzubringen, uns fahrig zu machen und nervös. Es ist so wichtig, dass wir lernen in Gottes Ruhe zu leben. Diese Ruhe durch jede Pore unseres Seins dringen zu lassen, sie aufzunehmen, zu üben in ihr zu stehen, selbst wenn die Welt um uns herum wie ein aggressiver Bienenschwarm dröhnt.

Dieses Jahr liegt vor uns wie ein weißes Blatt Papier. Es wird ein neues Kapitel aufgeschlagen. Wir wissen: wir werden so viel lernen. So viel begreifen.

Ergreifen. Empfangen. Erleben. Erkennen.

 

Fotos: unsplash

Gedanken zum Leben

Es ist so wichtig, dass wir nicht vergessen, was Jesus für uns teuer am Kreuz erkauft hat und was seine Herausforderung, sein Zuspruch an uns ist: zu leben.
Der Duden umschreibt das Wort Leben mit ‚Lebendigsein, Exisitieren‘ und erfasst damit zumindest das Fundament von ‚Leben‘. Wir kommen in die Welt als hilfloses Bündel Mensch – wir sind lebendig, wir existieren.
Doch dann kommen Gedanken, Emotionen, Entscheidungen, Erlebnisse dazu und formen unser Leben. Wir sind alle lebendig, wir alle existieren – doch ist das nicht länger eine treffende Beschreibung von Leben. Es gibt Menschen, deren Herz schlägt, das Blut fließt durch ihre Adern – doch sie sind wie tot, abgestorben, hart und kalt. Und dann gibt es Menschen, die pulsieren von Lebendigkeit, sehen in jedem Atemzug eine Chance und in jedem neuen Tag ein Abenteuer.

Wie möchtest du leben? Wie definierst du Leben?

Jesus sagt: ich lebe und ihr sollt auch leben. Wie hat Jesus gelebt? Er ist auf dem Wasser gegangen, hat Stürme gestillt, hat sich nicht dem Zeitgeist untergeordnet und hat den Status Quo durcheinandergewirbelt. Er hat geheilt und getröstet. Er hat sein Leben niedergelegt für andere.

Wenn ich mir Jesus ansehe, dann sehe ich Leben.
So will ich leben.

Ich will nichts zurückhalten, ich will nicht auf Nummer sicher gehen, ich will auf Plan B verzichten und mich ganz hineingeben. Ich will Fehler machen dürfen und wissen, dass mich das nicht von seiner Liebe trennt und ich will goldrichtig liegen, indem ich Jesus nachfolge, egal was der Preis sein mag. Ich will mit meinem Leben herausfordern und – ja – auch provozieren. Provozieren für mehr Leben. Ich will die ‚Scheintoten‘ wach rütteln und die Resignierten ins Leben locken. Ich will Mut machen und Freude teilen und Hoffnung spenden. Ich will mit jeder Zelle meines Seins leben und Leben spenden. Ich will Leben multiplizieren durch Mutterschaft und Mentoring, ich will Leben suchen im Feld der Totengebeine und mit Hesekiel sagen: ‚Ihr gebleichten Knochen, hört das Wort des Herrn! So spricht Gott, der Herr, zu diesen Knochen: Seht! Ich werde euch Atem einhauchen und euch wieder lebendig machen!‘ (Hesekiel 37,4-5)

Im letzten Jahr ging es so viel um das Leben. Um die Erhaltung von Leben. Um den Schutz von Leben. Und ich habe mehr als einmal bei mir gedacht: wir waren nie weiter vom Leben entfernt. Mögen wir in dem Bestreben das Leben zu erhalten, nicht vergessen zu leben.

 

Du darfst mutig deine Stimme erheben!

Mir hat einmal jemand gesagt: ‚Let others deal with the weight of your personality.‘

Wie oft habe ich das Gefühl, ich müsste mich entschuldigen. Ich müsste leiser oder lauter sein. Wie oft will ich es allen Recht machen und alle zufrieden stellen. Aber je länger ich mit meiner Geschichte und meinem Zeugnis unterwegs bin und je klarer mein Glaube wird und je schärfer meine Berufung – desto mehr verstehe ich: es geht nicht darum, es irgendjemanden Recht zu machen. Es geht nicht darum, andere zufriedenzustellen. Es geht nicht darum in ein Konzept zu passen und zu schweigen, nur weil die anderen auch nichts sagen.
Es geht vielmehr darum, Nachfolge zu leben und mir an Jesus ein Beispiel zu nehmen. Und Jesus hat unglaublich viele Menschen enttäuscht, weil er anders war, als sie es gerne gehabt hätten. Jesus hat ständig Menschen vor den Kopf gestoßen und sich über den Status Quo hinweggesetzt. Jesus hat am laufenden Band Dinge gesagt, die herausfordernd waren und sich gegen den Zeitgeist richteten.

Manchmal denke ich, wir haben verlernt starke, unpopuläre Überzeugungen zu haben. Weil wir keinen auf die Füße treten wollen. Weil wir einen vollen Gottesdienstsaal haben wollen. Weil wir wollen, dass der christliche Glaube ‚attraktiv‘ ist. Ganz ehrlich? Ich hab genug davon. Ich will das echte, unverfälschte, provokante Evangelium. Ich will nicht um den heißen Brei herumreden und Dinge schön verpacken, die nicht schön sind. Ich will Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft ansprechen und den Gegenwind aushalten lernen. Ich will die Welt, in der ich lebe, prägen mit der Liebe und mit der Wahrheit Jesu.

Deswegen sage ich dir heute: habe den Mut die Person zu sein, die Jesus sieht, wenn er dich ansieht. Du darfst kantig sein und anecken. Du darfst Dinge sagen, die andere nicht verstehen. Du darfst das aussprechen, was der Heilige Geist dir aufs Herz legt. Du darfst mutig deine Stimme erheben!

Aufblühen in Krisenzeiten

Wie geht es dir?

Diese Zeit hat es in sich. Home Schooling, Ängste, Unsicherheiten, Einsamkeit, viele Fragenzeichen…wie geht es weiter? Wie wird sich unsere Gesellschaft verändern? Welche Regeln sind wirklich sinnvoll, welche überzogen?

Es ist eigenartig sich in seiner Heimat fremd zu fühlen. Menschen mit Masken zu begegnen, die Angst beim Einkaufen mit nach Hause zu nehmen, wie die Milch und die Butter. Es ist eigenartig, nicht zu wissen, was man darf und was nicht. Es ist eigenartig, die selbstverständlichsten Termine nicht mehr wahrnehmen zu können und den lang geplanten Arzttermin für die eigene Tochter kurzfristig gecancelt zu bekommen. Wie kann es sein, dass sich das Leben so schnell ändert, dass sich die ganze Welt plötzlich in einem Ausnahmezustand befindet?

Auch wenn diese Zeit an unseren (scheinbar) sicheren Fundamenten knabbert und einiges aufwühlt, bin ich nach wie vor felsenfest davon überzeugt: jede Krise birgt ungeahnte Chancen in sich. Und wir haben einen Gott, der mit Krisen spielend leicht fertig wird.

Ich möchte dir heute etwas Ermutigung weitergeben und hoffe, dass du das spüren kannst: Gott ist mittendrin. Gott ist nicht weit weg – er sitzt auf dem Thron und regiert und er kann und wird aus all dem Schlechten etwas Gutes machen. Für dich persönlich und für die ganze Welt.

Ab heute ist mein Vortrag vom Donnerstag Abend am 2.4. ‚Aufblühen in Krisenzeiten‘ auf YouTube zu sehen. Das Skript dazu kopiere ich dir in diesen Blogbeitrag.

Heute Abend gehe ich um 20 Uhr auf dem SCM Kanal auf Instagram live und beantworte Fragen! Wenn du mich schon immer etwas fragen wolltest, kannst du das gerne hier unter diesem Beitrag tun oder live heute Abend. Das Video wird nach der Aufzeichnung für 24 Stunden noch online bleiben.

Ich durfte auch Teil haben an einem ganz besonderen Buchprojekt des SCM Verlags, das innerhalb weniger Wochen realisiert wurde: ‚Hoffnung – Über Zuversicht in Zeiten von Corona.‘ Dieses Buch wird ein Hoffnungslicht für viele sein, die sich verunsichert fühlen und Angst haben. Wunderbare Autoren (Elena Schulte, Johannes Hartl, Andreas Boppart und andere) erzählen ganz persönlich und authentisch von selbst erlebten Krisen. Das Buch wird im Mai erscheinen und wird sich zum weiter verschenken eignen – stay tuned!

In der aktuellen IDEA Zeitschrift ist ein Interview von mir und meinem Mann veröffentlicht – wenn du Interesse hast, aber kein IDEA Abo, kannst du mich das gerne wissen lassen! Wir haben einige Zeitschriften zum verschenken hier.

Hier nun das Video von meinem Vortrag und weiter unten das Skript dazu. Sei gesegnet! Es wird alles gut.

Aufblühen in Krisenzeiten

Wir können in Krisenzeiten aufblühen, weil unser Gott mit uns durch Krisenzeiten hindurchgeht. Großes kann passieren, wenn wir uns in Krisenzeiten Gott ohne Kompromisse hingeben!

  1. Die ungeschliffenen Träume (1. Mose 37)
    • Träume und Berufungen reifen in Krisenzeiten.

Gehe tiefer:

  • Hast du große Träume und Ambitionen? Wenn ja, welche?
  • Bist du bereit diese Träume auf den Altar zu legen und dich von Gott formen zu lassen und das zu empfangen, was er dir wieder geben möchte?
  • Bist du bereit dich unter die ‚rechte Hand Gottes zu beugen, dass er dich erhöhen kann zur rechten Zeit‘? (1. Pet. 5,6)
  1. Potifars Haus (1. Mose 39, 1-18)

2.1. Mit Träumen / prophetischen Worten kämpfen lernen
2.2. Arrangieren mit dem Guten und dabei das Beste verpassen
2.3  Drei Dinge, die uns in ‚Potifars Haus‘ gefangen halten:

  • Kleinglaube
  • Sklavenmentalität
  • Sünde

Gehe tiefer:

  • Welcher Bereich deines Lebens ist vergleichbar mit ‚Potifars Haus‘?
  • Wo hast du Kompromisse mit dem Guten gemacht, anstatt dem Besten nachzugehen, das Gott für dich hat?
  • In welchem Bereich deines Lebens bist du versklavt (Job, Liebe zum Geld, Sünde, scheinbare Sicherheiten, menschliches Denken, Beziehungen….)?
  1. Das Gefängnis (1. Mose 39, 19-23 und 40, 1-36)

3.1. Gefängniszeiten sind keine Strafe Gottes, sondern die Vorstufe für das nächste Level.

3.2. ‚Aufblühen‘ im Reich Gottes bedeutet: voller Liebe anderen Menschen dienen und Gottes Liebe weiter zu transportieren

Gehe tiefer:

  • Siehst du das Gefängnis als Trainingsground oder als Endstation an? Siehst du das Gefängnis als Strafe Gottes oder als Beförderung an?
  • Wie gehst du mit deiner Gefängniszeit um? Ist dein Herz bitter und hart oder weich und formbar?
  • Was macht der Gedanke mit dir, dass das Gefängnis im Reich Gottes (die schwierigen, ‚unfairen‘ Zeiten) eine Beförderung sein kann?

 

  1. Der Palast (1. Mose 40, 37-57 und 41-45)
    • Was wir brauchen, bzw. wissen müssen, um in unserer Berufung stehen zu können:
  • Erfüllung mit dem Heiligen Geist (1. Mose 41, 38)
  • Wissen, dass Gott alles fruchtbar machen kann (1. Mose 41,52)
  • Erkenntnis, dass mir alles zum Segen dienen muss (1. Mose 50,20)

Gehe tiefer:

  • Bist du bereit plötzlich zu regieren? Von jetzt auf dann von der Klippe zu springen, deinen Traum zu leben, deine Berufung zu ergreifen?
  • Hast du deine ‚Hausaufgaben‘ gemacht – dich Jesus in den Zeiten der Verborgenheit ganz hingegeben und ihn gesucht, nicht menschlichen Applaus und Anerkennung?
  • Wenn du mehr und mehr vom Geist Gottes erfüllt sein möchtest, was muss Platz machen? (ungute Angewohnheiten, Kleinglaube … )

 

 

 

 

YouTube Input – Mit Jesus durch die Corona Krise

Es ist wirklich wunderbar und ermutigend zu beobachten: Christen legen nicht passiv die Hände in den Schoß und erwarten klagend den Weltenuntergang, sondern sie werden aktiv, werden Salz und Licht, werden zu Hoffnungsträgern. Die Kirchen mögen geschlossen sein, aber die Kirche ist keineswegs leise: wir, die Kirche!, die lebendigen Steine, tragen die Botschaft in die Welt hinaus, die jeder hören muss: Jesus lebt! Er hat gesiegt! Es gibt Grund zur Hoffnung.

Online Gottesdienste, Hauskreis über Zoom, Printables, die man in der Nachbarschaft aufhängen kann, verfasste Vorlagen, um Nachbarschaftshilfe anzubieten, ermutigende Inputs – aufgenommen in Wohnzimmern, Küchen und Autos. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!
Auch ich mag nicht schweigen, obwohl es mich schon sehr mitnimmt und ich die vergangene Woche mehr als einmal in Tränen ausgebrochen bin. Es zehrt an mir: die zusätzliche Verantwortung meinen Kindern Schulstoff zu vermitteln, non-stop als Mama präsent zu sein (ich vermisse meine ruhigen Vormittage, wo ich produktiv arbeiten kann…), die leeren Straßen, der sich irgendwie unnatürliche anfühlende Abstand zwischen den Menschen, wenn man einkauft, die leeren Regale, die Worte unserer betagten Nachbarn, als wir ihnen Einkaufshilfe anbaten: ‚Vielleicht haben Sie bald jüngere Nachbarn.‘ All das und dann noch die Nachrichten, die eine Schreckensmeldung nach der anderen in die Welt plärren – das kann man sich nur wohl dosiert zu Gemüte führen.

Und dann trotzdem: mittendrin Lobpreis. Neu entdeckte Lobpreislieder, geschrieben für eine Zeit wie diese (zwei davon habe ich in meinem letzten Blogpost vorgestellt). Gebete mit den Kindern, gegenseitiges Salben, gemeinsames Abendmahl. Wann hatten wir in den letzten Monaten so viel Zeit miteinander und für Jesus? Gute Bücher, kreative Ideen, slow – living. Was vor kurzem ein schier unerreichbarer Lifestyle war, fällt mir jetzt einfach so in den Schoß.

Die geistliche Komponente dieser Zeit ist nicht zu unterschätzen. Gott arbeitet mit und in Krisen. Er schickt sie uns nicht, oh nein!, aber er bietet Katastrophenhilfe an, Auswege, gesunder Umgang mit Kontrollverlust, Unsicherheiten. Was für ein guter Gott, der einen Fluch in Segen verwandeln kann.

Menschlich reagieren wir auf Krisen oft mit Rückzug und Selbstfürsorge (Stichwort: hamstern…). Doch unsere Selbstfürsorge (oft jahrelang antrainiert, weil Mangel in unserem Leben herrschte), tut uns nicht immer gut. Zu viel, zu ungesundes Essen, Binge TV Watching (eine Netflix Serie nach der anderen…), Pornografie, Abkapseln usw. Diese Zeit ist eine wunderbare Chance endlich die Dinge, die wir im Alltag so wunderbar unter den Teppich kehren können und hinter schön angemalten Fassaden verstecken können, ins Licht zu bringen. Darüber zu reden. Darüber zu beten. Sich Hilfe zu suchen. Sich einzugestehen; ja, ich brauche Jesus. Ich kann es nicht alleine.

Das habe ich mir zum Thema gemacht in meinem neuesten YouTube Kurzinput. Es lohnt sich, das Schwarze in uns ins Licht zu stellen. Jetzt ist keine Zeit zum Zudeckeln, sondern zum aufbrechen, durchbrechen, heil werden. In dieser Zeit des Rückzugs kann und will Gott Heilung schenken.

 

Lobpreis!

Deine Gnade bedeutet mir mehr als das Leben; dich preise ich von ganzem Herzen!  Ich will dich ehren, solange ich lebe, und meine Hände im Gebet zu dir erheben.

Psalm 63, 4-5

 

Ein Schlüssel für diese außergewöhnliche Zeit, in der wir uns gerade befinden, ist Lobpreis. Gott gebührt Ehre und Lobpreis, weil er Gott ist – unabhängig von unseren Umständen. Wir sind dazu geschaffen, Gott Ehre und Lobpreis zu bringen – das ist unsere Bestimmung. Wenn wir dazu entscheiden Gott nicht anzubeten, dann wendet sich unser Herz sofort anderem zu und hängt sich daran.

Woran hängt dein Herz?

Unser Herz kann sich auch an Sorgen hängen. Wir können Sorgen regelrecht anbeten. Sie können unser ganzes Denken gefangen nehmen und wir beugen uns vor den Zukunftssorgen. Wir setzen die Angst auf den Thron unseres Lebens.

Jesus hat uns gesagt, dass wir uns nicht sorgen sollen. Das ist keine Bitte, das ist ein Auftrag. Und ein Schlüssel für ein angstfreies, sorgenfreies Leben, ist Anbetung. Denn wenn ich meine Aufmerksamkeit auf Gott richte, auf seine Eigenschaften, dann wird mein Herz frei. Dann kann ich klar sehen. Dann wird mir klar, wer ich bin und wo ich hingehöre. Anbetung ist Heimat.

Ich habe kürzlich zwei neue Lobpreislieder entdeckt, die mich total berühren und die ich hier mit euch teilen möchte. Singt euch durch diese Zeit! Gebt Gott die Ehre, denn er sitzt noch immer auf dem Thron und regiert.

 

Tochter Gottes, erobere die Welt – mein neues Buch ist veröffentlicht!

Jetzt ist es soweit. So viele Monate habe ich (und so viele andere!) auf diesen Moment hingearbeitet, hingefiebert. Und nun halte ich mein Buch in Händen und wieder ist ein Traum Materie geworden. Anfassbar, erlebbar. Ich staune und freue mich wie ein kleines Kind, das Geburtstag und Weihnachten gleichzeitig erlebt.

Was ist alles passiert seit Januar 2019? Da hielt ich das allererste Mal mein eigenes, erstes Buch in Händen und war genauso überwältigt wie heute. Meine Gefühle fuhren Achterbahn. Dann fand wenig später die Release Party im Gebetshaus statt und spätestens da ahnte ich: Gott hat etwas mit diesem Buch vor. Dann kamen wenig später die ersten Leserstimmen und ich staunte: Gott nahm meine kleinen Worte, meine kleine Geschichte und berührte andere Herzen, baute andere Frauen auf, forderte heraus, liebte, heilte – durch dieses Buch. Dann kamen die ersten Lesungen, Vorträge und ich Mama, die ich zu Hause immer noch die Klos putze und die ungeliebte Gemüsesuppe koche, stand plötzlich mit einem Mikrofon da und durfte erzählen. Davon, was Gott in meinem Herzen geformt hatte, als keiner hinsah, als kaum einer mich wahr nahm. Als ich mich verlassen und abgelehnt fühlte. Plötzlich schien das Scheinwerferlicht und viele Augenpaare sahen mich an und viele Ohren wollten hören, was da gewachsen ist im Verborgenen. Zwischen den öffentlichen Terminen zog ich mich zurück und versuchte zu verarbeiten, was da gerade vor sich ging und mein innigstes Gebet, seit dieser Zeit, ist dieses: ‚Herr, bewahre mich davor, die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen. Mit allem, was ich bin und habe und tue – lass mich auf dich verweisen.‘ Und mit diesem Herzensgebet schrieb ich ‚Tochter Gottes, erobere die Welt‘. Die meiste Zeit fühlte ich mich überhaupt nicht nach erobern. Ich fühlte mich klein und überfordert. Die Kapitel sind zwischen Umzugskisten entstanden, nachdem wir einen großen, verrückten Glaubensschritt gewagt hatten. Mit jedem getippten Wort predigte ich mir selbst.

 

Und jetzt sitze ich auf meinem gemütlichen Ikea Sessel, sehe auf den herrlichen großen Baum in unserem Garten und mein neues Buch liegt vor mir. Frisch gedruckt, es duftet noch ganz neu. Ich kann es noch nicht so ganz glauben. So ähnlich geht es mir auch, wenn ich auf irgendwelchen Fragebogen meinen Beruf angeben soll. Seit einem Jahr schreibe ich ‚Autorin‘, aber so richtig fassen kann ich es noch nicht.

Und genau darum geht es: um ein Leben, das so wunderbar ist, dass man es nicht ganz glauben kann. Jesus nennt das ‚Leben in Fülle‘. In den Psalmen steht: ‚Mein Becher fließt über.‘ Und alles fängt an mit einem Herzen, das sich ganz und gar und ohne Kompromisse Jesus hingibt. Das sagt: ‚Hier bin ich, Herr. Sende mich.‘ Das entgegen aller Umstände und düsteren Vorahnungen flüstert: ‚Mach etwas besonderes mit meinem Leben.‘ Es ist das ‚ja‘ zu Jesus, das ‚ja‘ zur Nachfolge, das ‚ja‘ zum Tragen des Kreuzes. Keine Message geht mehr gegen den Zeitgeist, der sich durch die Jahrhunderte immer wieder in neuem, farbenfrohen Gewand zeigt und mit unserer Seele flirtet und um unser Herz wirbt. Der uns weis machen will, wir verpassen etwas, wenn wir diesem Jesus ganz nachgehen, der uns ins Gesicht lügt, dass wir doch selbst schauen müssen, wo wir bleiben.
Ich träume von einer Generation von Männern und Frauen, die ohne jede Kompromisse ihr Leben hinlegen, um den zu lieben, der sein Leben zuerst hingab. Eine Generation von Männern und Frauen, die verstehen, worum es hier auf dieser Erde geht. Eine Generation von Männern und Frauen, die durchbrechen zum wahren Sinn des Lebens und die – paradoxerweise – im Sterben, im Loslassen, im auf-dem-Wasser-gehen, Erfüllung und Frieden und Freude finden, wie es die Welt niemals, niemals bieten kann. Es geht um mehr. Es geht um alles. Es geht um dein Herz.

Dieses Buch ist durchtränkt mit dieser Sehnsucht nach mehr. Diese Sehnsucht, die wir mit allem möglichen zu stillen versuchen. Essen, Pornografie, Geld, Beziehungen, Reisen. Diese Sehnsucht, die viele von uns verdrängt haben in die letzte Ecke unseres Herzens und die dort leise vor sich hinpocht. Diese Träume, die uns als Kinder erfüllt haben mit Lachen und Vorfreude auf das wilde, verrückte Leben, diese Träume, die nun vergessen und verschüttet sind. Es geht um mehr. Es geht um alles. Es geht um mein und dein Leben und eine Welt, die verletzt und verwundet sich nach Liebe und Annahme und einem Zuhause sehnt.

Erinnerst du dich an deine Träume? Spürst du die Sehnsucht? Die Reise geht weiter. Die Tochter Gottes darf nun lernen, was für wunderbare Dinge für sie vorbereitet sind. Welche wunderbaren, außergewöhnlichen Werke ihr liebevoller himmlischer Vater vorbereitet hat – für sie. Kommst du mit?

 

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Sein im Chaos

Eigentlich hab ich gerade so viel anderes zu tun. Meine To-Do-Liste jagt mir gnadenlos hinterher. Ich würde so gerne so viel öfter hier von mir hören lassen, aber es fehlt die Zeit.

Wir ziehen gerade um und ich tippe diese Zeilen mitten im Umzugschaos. Außerdem schreibe ich fleißig an ‚Tochter Gottes‘ Teil 2, versuche meine Kinder und ihre Bedürfnisse im Blick zu behalten und meine Familie nicht ausschließlich von Tiefkühlpizza und Dosenfutter zu ernähren. Dann fliegen so viele Träume in meinem Kopf hin und her, was im Herbst alles neues starten könnte und ich komme mir selbst manchmal nicht hinterher.

Deswegen hier kein langer Text, sondern nur ein paar Gedanken:

  • Ich bin gerade im Chaos. Aber das Chaos darf mich nicht beeinflussen. Ich bin. Ich darf sein. Im Hier und Jetzt. Zufällig gerade im Chaos. Aber mein ‚ich bin‘ ändert sich nicht. Jesus ist mein Anker und mein Zufluchtsort und in Zeiten des Umbruches und der großen Herausforderungen spüre ich es mehr denn je: ich brauche ihn und bei ihm darf ich einfach sein. Er ist meine Wohlfühloase, die ich überall dabei habe. Keine Fata Morgana, sondern echte, reale Erfrischung in der Alltagswüste. Sein im Chaos. Das ’sein‘ lernen, auch wenn alles an mir zerrt. Das bedeutet für mich ganz konkret: meinen Atem spüren, mal kurz inne halten und die Sonne genießen, kleine Momente vor mir haben, auf die ich mich freue, Lobpreismusik rauf und runter hören, jede noch so kleine Möglichkeit für Gebet nutzen (besonders wenn mein Gehirn sich wie ein Sieb anfühlt und ich keinen klaren Gedanken fassen kann, bin ich SO SEHR für das Sprachengebet dankbar – der Heilige Geist betet durch mich; manchmal denke ich, das ist ein besonderes Geschenk für dauergestresste Mamas. Danke, Jesus!), dankbar bleiben, Wunder am Wegesrand suchen….). Das Chaos ist momentan nur der Rahmen für das Bild, das Jesus mit meinem Leben malt.
  • Ich darf lernen kreative Wege zu suchen und zu finden mit Jesus im Kontakt zu bleiben, auch wenn mir viel um die Ohren fliegt. Die ‚Stille Zeit‘ ist so vielseitig und wandelbar…wie jedes andere Gespräch auch. Das nimmt mir Druck und den Leistungsgedanken weg, wenn ich ‚mal wieder‘ keine Zeit für ordentliche Bibellese gefunden habe…auf YouTube gibt es so tolle Videos, wo das Wort Gottes einfach vorgelesen wird (hab es bis jetzt nur auf Englisch entdeckt)…ein Segen!
  • Große Herausforderungen machen mich nicht kaputt, sondern führen mich tiefer. ‚Von allen Seiten werden wir von Schwierigkeiten bedrängt, aber nicht erdrückt. Wir sind ratlos, aber wir verzweifeln nicht. Wir werden verfolgt, aber Gott lässt uns nie im Stich. Wir werden zu Boden geworfen, aber wir stehen wieder auf und machen weiter.‘  (2. Korinther 4, 8-9) In Jesus sind wir nicht dazu bestimmt zugrunde zu gehen, wenn das Leben ganz viel von uns fordert. Dieser Gedanke gibt mir ganz viel Mut und Kraft, wenn es sich genau anders herum anfühlt…
  • Die Wahrheit ist der beste Wegweiser. Speak truth! Immer wieder, bis meine Gedanken ganz durchdrungen sind mit den wunderbaren Gesetzmäßigkeiten des Reiches Gottes. Unmöglich gibt es nicht. Alles muss mir zum besten dienen. Ich bin mehr als eine Überwinderin. Aahhh…ich liebe das Wort Gottes.

Wenn du gerade durch heraufordernde Zeiten gehst, dann sei ermutigt! Der Herr selbst geht mit durch. Vor ein paar Tagen bin ich über folgendes Lied gestolpert: Another in the fire. Wow! Wir sind nie alleine, das Feuer zerstört uns nicht, sondern verbrennt lediglich unsere Fesseln. Amen!

Mutig glauben

Jesus ruft uns. Und er ruft uns auf das Wasser. Immer und immer wieder. Manchmal antworten wir und machen uns auf. Stellen die Füße auf das Wasser und erleben das Wunder: es hält uns, wir gehen nicht unter. Vertrauen wird belohnt im Reich Gottes und wenn wir uns rufen lassen hinaus in das Ungewisse, das Unkontrollierbare, das Ungeplante – dann wächst und reift unser Glaube und wir erleben Gott in Dimensionen, wie niemals zuvor.

Es lohnt sich auf dem Wasser zu gehen. Und trotzdem antworten wir die meiste Zeit – nicht. Wir ziehen es vor im sicheren Boot zu bleiben, die Seile und Taue in der Hand zu halten, die Segel selbst zu setzen. Wir begnügen uns damit Jesus aus der Ferne zu betrachten und reden uns ein, wir würden schon genug tun. Mehr kann Jesus doch bestimmt nicht von uns fordern.

Wir als Familie stehen gerade auf dem Wasser. Die Wellen türmen sich um uns herum aus und wir wissen, mehr denn je: unser wertvollster Besitz ist der Name Jesus. Der Name Jesus, den wir anrufen, wenn wir aus menschlicher Sicht nichts mehr tun können, wenn die Türen vor uns verschlossen bleiben, obwohl wir beten, proklamieren und anklopfen. Der Name Jesus, den wir flüstern und weinen. Nie waren wir ärmer und nie waren wir reicher. Es ist es wert, alles aufzugeben für den Einen, der unser Alles ist.
Wäre es einfacher im Boot sitzen zu bleiben? Bestimmt. Aber dann würden wir unseren Glauben Lügen strafen, denn unser Gott ist ein Gott der Wunder tut. Ein Gott, mit dem wir über Mauern springen können. Ein Gott, der uns dazu ermutigt Berge zu versetzen. Ja, wir könnten im Boot sitzen bleiben. Aber, oh, was würden wir alles verpassen! Und wie wenig würden wir begreifen, wen wir anbeten. Zu wem wir gehören. Welche unglaublichen Türen sich erst dann öffnen, wenn man bereit ist, auch durchzugehen.

Bist du bereit, dich rufen zu lassen hinaus auf das wackelige Fundament, wo einzig und allein dein Glaube dich tragen wird? Wie sehr hast du dich schon einlullen lassen von westlichem Komfort und Sicherheitsdenken? Wie leicht fällt es dir loszulassen und loszugehen, wenn Jesus dich ruft aus deiner kleinen, sicheren, überschaubaren Welt?

Ich glaube, mehr denn je, dass Gott unseren Glauben stärken will. Unsere Glaubensmuskeln dehnen will. Das tut weh, das ist unangenehm, aber wir sind träge, fett und faul geworden. Und wir müssen wieder neu lernen, was es heißt zu glauben und zu vertrauen. Nicht nur ein bisschen, sondern 100%. Was es bedeutet, das umzusetzen, was wir schon längst wissen. Glaube in Aktion. Laufen auf dem Wasser.

Ihr seht also, dass es unmöglich ist, ohne Glauben Gott zu gefallen. Wer zu ihm kommen möchte, muss glauben, dass Gott existiert und dass er die, die ihn aufrichtig suchen, belohnt.  …
Durch den Glauben gehorchte Abraham, als Gott ihn aufforderte, seine Heimat zu verlassen und in ein anderes Land zu ziehen, das Gott ihm als Erbe geben würde. Er ging, ohne zu wissen, wohin ihn sein Weg führen würde.‘ Hebräer 11, 6 und 8

Lese dir einmal das ganze Kapitel 11 im Hebräerbrief durch. Da wird Glauben definiert. Glaube scheint auf den ersten Blick unlogisch, naiv, lächerlich, verzweifelt, dumm. Und doch ist Glaube die Währung mit der wir im Reich Gottes reich werden. Ohne Glaube ist es nicht möglich, Gott zu gefallen, ohne Glaube ist es nicht möglich als Christ innerlich zu wachsen, ohne Glaube werden wir nicht in ganzer Fülle erleben, was Gott für uns vorbereitet hat.
Wir laufen in Gefahr, ein oberflächliches, langweiliges christliches Leben zu führen, wenn wir im Boot bleiben. Wir tun vielleicht all die richtigen Dinge und schießen doch am Ziel vorbei. Gott ruft dich heraus auf das Wasser. Es ist keine Option im Trockenen zu bleiben. Der sicherste Ort für dich ist, das Zentrum von Gottes Willen.

Mach dich auf. Bleib nicht sitzen. Lass dich rufen. Es steht so viel auf dem Spiel. Dein Leben und das Leben derer, die du nicht berühren kannst, weil die Kraft Gottes in dir nicht zur vollen Entfaltung gekommen ist.

Lass dich rufen. Das Abenteuer wartet. Jesus wartet! Bleib nicht im Boot.

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