Je länger ich mit Jesus unterwegs bin, desto mehr merke ich, wie wenig ich die Identität als Tochter Gottes wirklich begreife. Und vermutlich werde ich sie diesseits des Himmels nie vollständig verstehen.
Wir Christen sind schnell dabei, die richtigen Worte zu finden. Wir wissen, welche Antworten „gut klingen“. Doch die entscheidende Frage lautet: Verändert diese Wahrheit tatsächlich unser Leben?
Wie sichtbar ist unsere Identität als Kind Gottes – zwischen To-Do-Listen, Wäschebergen und Weihnachtstrubel? – wenn wir Nachrichten lesen oder durch Instagram scrollen? – wenn unser Herz müde, erschöpft oder überfordert ist?
Ich stelle mir diese Fragen besonders intensiv, weil meine Berufung genau hier ansetzt: Die Bücher, die ich schreibe. Die Videos, die ich drehe. Die Community, die wir aufbauen. Alles gründet auf dieser einen Wahrheit: Wir sind Kinder Gottes – neu geschaffen, geliebt, berufen.
Doch genau deshalb brauche ich immer wieder dieses ehrliche Hinschauen: Bin ich wirklich durchdrungen von dieser Identität – oder spreche ich Worte, die mein Herz (noch) nicht lebt?
Religiöse Routine ist schnell da. Aber Gott schaut ins Herz. Er lässt sich nicht beeindrucken von frommen Formulierungen. Er sucht Tiefe, Echtheit, Hingabe.
Meine Sehnsucht ist, dass ich mein Leben lang weitergrabe. Dass ich mich nicht mit oberflächlichen Erkenntnissen zufriedengebe. Dass ich mich vom Anblick Jesu formen lasse – so sehr, dass seine Wahrheit mein Reagieren, Fühlen, Handeln durchdringt. Mehr von ihm. Weniger von mir.
Ich glaube, dass Gott genau das heute tut: Er ruft seine Töchter und Söhne in ihre wahre Identität. Er schleift ab, was hart wurde. Er macht weich, was versteinert ist. Er formt. Und er sucht Menschen, die sich formen lassen – ohne Bedingungen, ohne Ausflüchte.
Trägst du diese Sehnsucht in dir? Dann bete, dass sie wächst. Kennst du sie noch nicht? Dann bitte den Heiligen Geist, sie in dir zu entzünden.
Für eine Zeit wie diese. Für mehr Licht in der Dunkelheit.
Vielleicht magst du in meinen aktuellen Podcast hineinhören – dort spreche ich tiefer über unsere Identität in Christus und warum sie der Schlüssel für alles ist.
Wie lebst du deine Tochter Gottes Identität gerade aus? Wo spürst du, dass du noch mehr wachsen darfst? Welche Fragen hast du rund um deine Identität, die du dich noch nicht zu stellen getraut hast? Sei mutig. Reflektiere dich selbst. Bitte den Heiligen Geist dir zu zeigen, wo es nach hakt. Und dann beginne in deiner neuen Identität zu leben!
Du sitzt in einem Boot, und links und rechts von dir sind weitere Wegbegleiter. Alle kennen Jesus, alle haben bereits Begegnungen mit ihm gehabt – du auch.
Doch das Boot gleitet nicht ruhig durch das Wasser, sondern wird wild von den Wellen hin und hergeworfen. Gischt spritzt über die Reling, und das Ruder ist schon lange sich selbst überlassen. Du versuchst dich so gut es geht vor dem kalten Wasser zu schützen und hoffst einfach nur, dass der Wind endlich aufhört. Hier und da hörst du verzweifelte Gebete, dass der Sturm abebbt und ihr sicher ans Ufer kommt.
Dann siehst du, wie jemand plötzlich seinen Regenschutz abschüttelt und ruckartig aufsteht. Der Wind und das Wellengetöse sind so laut – du hörst nicht, was die Person sagt. Aber du siehst, wie sie gestikulierend mit dem Arm in eine Richtung zeigt. Du hältst dich an einem Balken im Boot fest und drehst deinen Kopf vorsichtig dorthin, wohin der Arm weist. Und da siehst du den Grund für die Aufregung: Eine Gestalt bewegt sich auf dem Wasser. Sie scheint zu schweben, und die Wellen scheinen sie nicht im Geringsten zu beeindrucken.
Die Person im Boot ist nun nicht mehr zu halten. Erst hebt sie ein Bein, dann das andere über die Reling, bis sie auf dem Geländer sitzt und sich noch mit den Händen festhält. Das Boot wird weiterhin heftig hin und hergetrieben, und es ist schon ein Kraftakt, nur dabei zuzusehen. Wie viel Kraft muss es erst kosten, sich – dem Wind und den Wellen schutzlos ausgesetzt – am Boot festzuhalten? Und dann das Unglaubliche: Die Person verlässt das Boot! Das Wasser wird zu einem Fundament, auf dem sie gehen kann, und sie läuft der Gestalt entgegen, die sie offenbar erkannt hat.
Was ist hier nur los?
Du weißt bestimmt, welche biblische Geschichte ich hier skizziere: Petrus verlässt das Boot, während alle anderen Jünger in Todesangst verharren, und läuft auf dem Wasser auf Jesus zu. Ich liebe diese Geschichte, weil sie so viele Elemente enthält, von denen wir lernen können – in denen wir uns wiederentdecken, Hoffnung schöpfen und herausgefordert werden. Jedes Mal, wenn ich diese Zeilen aus dem Matthäusevangelium lese, entdecke ich etwas Neues.
Stell dir vor, diese Wellen und der Wind sind ein Symbol für die Welt, in der wir leben. Wir sitzen alle in einem Boot und werden von Umständen bedroht, die uns manchmal in Angst und Starre verfallen lassen. Es ist zu anstrengend, gegen den Sturm anzukämpfen – also wird das Ruder sich selbst überlassen, und wir treiben orientierungslos durch die Geschichte unserer Zeit und unseres persönlichen Lebens. Ziele, Visionen und Träume haben in solchen Zeiten keinen guten Nährboden. Und so versucht jeder, sich irgendwie zu schützen und einfach nur durch den Sturm zu kommen – zu überleben.
Und dann gibt es diese eine Person, die aufsteht. Die plötzlich merkt: Jesus ist außerhalb dieses Bootes. Außerhalb der Sicherheiten, die wir uns geschaffen haben. Er ist mitten im Sturm – und er lädt uns ein, auf ihn zuzugehen. Den Status quo zu verlassen. Eine unmögliche Materie zu einem Fundament zu machen, auf dem wir gehen können. Einen Weg zu bahnen, wo es keinen zu geben scheint. Diese eine Person, die sich mutig aufmacht, nicht sitzenbleibt, aus der Starre ausbricht und die anderen auf ein Ziel aufmerksam macht. Sie zeigt, dass es auch anders geht – und dass „einfach nur zu überleben“ keine Option ist.
Jesus hat mich schon oft aufgefordert, das sichere Boot zu verlassen und mich dem Wind und den Wellen zu stellen. Und heute will ich dich auffordern, es auch zu tun.
Seit ich 2018 Tochter Gottes, erhebe dich geschrieben habe, trage ich einen Traum in mir: Ich will die Frauen hervorrufen, die bereit sind, das sichere Boot zu verlassen und sich mutig auf den Weg zu machen. Ich will die Frauen sammeln, die verrückten Glauben und große Sehnsüchte haben. Ich will die Frauen rufen, die mehr von Jesus wollen – die in sich dieselbe Sehnsucht und denselben Traum spüren.
Nun ist es endlich soweit: Die erste Tochter-Gottes-Berufungsreise startet am 3.11. Während dieser Zeit möchte ich dir helfen, die Träume, die Gott in dein Herz gelegt hat, zu entdecken – und erste Schritte auf dem Wasser zu gehen. Ich will dich dabei unterstützen, deine Berufung ernst zu nehmen und sie auszuleben.
Denn deine Berufung wird sich niemals im sicheren Boot entfalten, sondern da draußen – auf dem Wasser, wo nichts sicher scheint. Dieser Schritt aus dem Boot gehört zu den großen Herausforderungen, die Jesus an uns heranträgt. Und ich wünsche mir, dass die Gemeinschaft, die sich jetzt aus den Töchtern Gottes formt, dir hilft, diesen Schritt zu wagen.
Du bist nicht allein. Wir gehen gemeinsam – weil wir in Zeiten leben, in denen jeder gefragt ist. Weil es an der Zeit ist, dass du gemeinsam mit Jesus die Welt eroberst.
Willst du deinen Platz entdecken und einnehmen? Oder brauchst du gerade Mut und Rückendeckung? Weißt du gar nicht, wo du anfangen sollst? Ist dir deine Berufung schon klar, aber dir fehlt der Mut, loszugehen? Oder kennst du deine Berufung noch gar nicht?
Egal, wo du stehst: Die Berufungsreise ist für dich.
Keine Zeit zum Lesen? Kein Problem! Höre dir den Blogpost an ⤵️
Liest heute eigentlich noch irgendjemand Blogs? 😅 Oder sind wir alle schon so sehr an die kurzen Texte unter geschnittenen Kurzvideos gewöhnt? Nimmt sich noch jemand die Zeit?
Über den Sommer habe ich Instagram von meinem Handy gelöscht. Über die Jahre hat es sich so eingespielt, dass ich Instagram als meine „Hauptkommunikationsplattform“ verwende. Aber so richtig glücklich war ich nie damit. Instagram hetzt mich und Instagram erlaubt es mir nicht, mich so auszudrücken, wie ich es eigentlich am liebsten tue: Mit Texten.
In den Sommermonaten habe ich darüber nachgedacht, wie ich mich Gott in diesen verrückten Zeiten am besten zur Verfügung stellen kann und ich wurde immer wieder daran erinnert, was ich am liebsten tue: Schreiben.
Schreiben und längere Impulse geben, die sich nicht in 5 Sekunden Reels packen lassen. Tiefe Botschaften in Worte packen, die dann hoffentlich in Herzen fallen und Veränderung auslösen durch den Heiligen Geist. Das entschleunigt mich und hoffentlich auch dich!
Deswegen habe ich mir vorgenommen, meinen Fokus auf meinen Tochter Gottes Podcast zu legen und mindestens einmal im Monat einen Blogpost zu schreiben (und auch aufzunehmen, dass man ihn sich anhören kann! Wie findest du diese Idee? Lass gern in den Kommentaren von dir hören.).
Auf Instagram werden weiterhin Ausschnitte aus meinen Podcastfolgen zu sehen sein, aber es soll nicht mehr meine „Hauptkommunikationsplattform“ sein.
Wenn du von meinen Impulsen profitierst, dann kannst du meine Arbeit unterstützen, indem du
Meinen YouTube Kanal abonnierst und meine Videos likest und teilst (Hier klicken)
Den Newsletter abonnierst, den ich im Namen unseres Online Dienstes „Tochter & Sohn“ einmal in der Woche versende(Hier klicken)
Danke für deinen Support!! 💐
Im September habe ich übrigens eine Podcast Mini-Serie zum Thema „Mutig vorangehen“ gemacht. 3 Folgen, die dich ermutigen können Schritte im Glauben zu machen und geistlich in Bewegung zu kommen. Passend dazu kannst du dir ein kostenloses Worksheet (Arbeitsblatt) herunterladen . (Hier klicken)
Und bevor ich diesen Blogpost beende, will ich dich fragen: Wie geht es dir? Was macht dein Herz? Diese Welt scheint gerade um uns herum zu explodieren. So viel Not, Leid, Hass, Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit. Es kann einem wirklich den Atem nehmen. Umso wichtiger, dass wir in die Ruhe kommen und unseren Alltag entschleunigen. Dass wir unser Herz bewahren und gut auf uns Acht geben. Mein Mann hat mir vor ein paar Tagen gesagt: Inka, du musst nicht die Welt retten. Ein guter Reminder! Ich will am liebsten alle Brände löschen und die Menschen wieder zur Vernunft bringen. Aber…die Welt ist ja schon gerettet. Es gibt ja schon einen Ausweg, eine Lösung, einen Trost: Jesus. Wie gut sich daran zu erinnern. Wie gut, dass Jesus mein Herz in Händen hält. Wie gut, dass ich meine Lasten und die Lasten der Welt einfach abgeben darf.
Lass uns gemeinsam achtsam, bedacht, wach und sanft durch diese Zeit gehen. Gemeinsam mit Jesus.
Bevor ich mit dem zweiten Teil der Mini-Blogserie beginne, möchte ich Danke sagen für alle Kommentare zum ersten Teil! Ich finde es so bereichernd von euch zu lesen und in den Austausch mit euch zu gehen. Im Gegensatz zu den gängigen Online Plattformen , wie Instagram & Co empfinde ich den Raum hier auf meinem Blog als ruhig, entspannt, wertschätzend und tiefgehend und möchte dich ermutigen und einladen, dass du dich hier mitteilst!
Ich habe den ersten Teil über die „Empörungsfalle“ damit geendet die Frage zu stellen, wie wir mit der allgegegenwärtigen Empörung über viele durchaus berechtigte und viele absolut unwichtige Themen umgehen können. Abschotten? Ignorieren? Weltfremd werden?
Ich glaube mit vollster Überzeugung, dass wir dazu berufen sind Salz und Licht zu sein. Also mittendrin im Geschehen zu sein und da auch einen spürbaren Unterschied zu machen. In Jesaja 60 lesen wir diese wunderbaren Verse:
„Steh auf und leuchte! Denn dein Licht ist gekommen und die Herrlichkeit des HERRN erstrahlt über dir. Denn die Erde ist von Finsternis zugedeckt und die Völker liegen in tiefer Dunkelheit, aber über dir strahlt der HERR auf. Man kann seine Herrlichkeit über dir schon erkennen.“
Wir sind in Zeiten von Dunkelheit dazu berufen sichtbar zu werden, zu leuchten, aufzustehen! Damit ist meines Erachtens nicht gemeint, zu allem und jedem eine Meinung zu haben und diese lautstark über Social Media in die Welt zu posaunen (aka Empörung). Sondern ich denke vielmehr, dass wir so stark von Jesus erfüllt sein sollen (dem Licht der Welt!), dass uns keine Dunkelheit der Welt davon abhalten kann uns zu erheben und die gute Botschaft von Jesus weiterzugeben.
Die Dunkelheit hasst das Licht. „Sie hassen das Licht, weil sie im Dunkeln Böses tun. Sie bleiben dem Licht fern, weil sie Angst haben, dass ihre Taten aufgedeckt werden.“ (Joh. 3,19) Wenn wir uns in dieser Zeit aufmachen Salz und Licht zu sein, dann werden wir Opposition erleben, dann werden wir ausgegrenzt werden, dann wird man uns auslachen. Was ist dann unsere Antwort? Empörung? Entrüstung? Rückzug?
Ich will mit dieser Mini-Blogserie dir Mut machen, dass du beginnst, dich in diesen aussergewöhnlichen Zeiten vom Heiligen Geist trainieren zu lassen.
Empörung empfinden wir alle, doch die entscheidende Frage ist, was diese Empörung mit unserem Herzen und mit unserem Glauben macht.
Lass dich von all der Dunkelheit dieser Welt nicht mehr so stark erschrecken und reagiere auf Ungerechtigkeit und Bosheit damit, dass du in Liebe und Besonnenheit dein Licht hell leuchten lässt. Wenn du Empörung empfindest, dann frage dich, was Jesus in dieser Situation durch dich wirken möchte. Ständige Empörung, die ins Leere läuft, bringt mit sich, dass die Liebe in dir erkaltet und dass du zynisch wirst. Das ist eines der Dinge in der Endzeit, vor denen Jesus uns ganz klar gewarnt hat: „Die Gesetzlosigkeit wird immer mehr überhandnehmen und die Liebe wird bei vielen erkalten.“ (Matth. 24,12). Das Erkalten der Liebe in den Gläubigen ist eine direkte Konsequenz der Gesetzlosigkeit, über die wir uns so gern aufregen…
Wie kannst du also dich in dieser Zeit, in der soviel verdreht wird, Gottes Wort gelästert wird und christliche Werte immer mehr mit Füßen getreten werden, in der Liebe bleiben? Wie kannst du dich herauslösen aus der Empörungsfalle und zielgerichtet, innerlich gefestigt und besonnen leben?
Erarbeite deine Überzeugungen anhand des Wortes Gottes.
Wir müssen wissen, was wir glauben, damit wir unseren Glauben auch verteidigen können. Wir brauchen unbedingt starke Überzeugungen, die fest in Gottes Wort verankert sind. Wir können es uns nicht mehr leisten, lauwarm zu sein und wie ein Fähnchen im Wind unseren Glauben an den Zeitgeist anpassen. Du wirst deine Überzeugungen nicht auf Social Media finden, nicht nur in der Sonntagspredigt, nicht nur in christlichen Büchern. Du BRAUCHST das Wort Gottes zum überleben. Du MUSST deine Wurzeln tief, tief, tief in Gottes Wort graben, um nicht vom nächsten Sturm entwurzelt zu werden. Je intensiver du dich mit Gottes Wort beschäftigst, desto klarer kannst du auch die Zeichen der Zeit entlarven. Das wiederum hilft dir innerlich ruhig und gelassen den Weg zu gehen, auf den Gott dich ruft. Du wirst nicht mehr von einer Empörungswelle zur nächsten getrieben werden, sondern kannst fest zu deinen Überzeugungen stehen, weil sie auf Gottes Wort gegründet sind und Gottes Wort ist ewig. Dieses Wissen hilft dir in unruhigen Zeiten deinen Blick auf Jesus gerichtet zu halten und deinen inneren Frieden zu bewahren.
Lass dich als Fürbitter rufen!
Frage Gott für welche Themen, Situationen, Länder, Menschen er dich wie ein Wächter auf die Mauern stellen möchte. Wenn wir uns ständig empören, weil alles aus dem Ruder zu laufen scheint, ist es unglaublich schwer, wenn nicht sogar unmöglich!, fokussiert zu beten. Soldaten kämpfen nicht an allen Fronten. Du kannst nicht für alles beten. Aber Gott hat dir Leidenschaften und Lasten gegeben (oft auch geprägt durch deine eigene Lebensgeschichte), die dir helfen können in die Fürbitte zu gehen. Empörung juckt die Welt kaum. Empörung kocht hoch wie Milch in einem Kochtopf und sobald die Hitze weggenommen wird, kocht sie genauso schnell auch wieder runter. Empörung hat keine Ausdauer – Gebet schon. Empörung kann die Welt auf Dauer nicht verändern – Gebet schon. Frage Gott für was du in dieser Zeit beten darfst. Beginne mit einem oder zwei Gebetsanliegen. Überfordere dich nicht! Nehme dir vor dieses Thema einen Monat lang jeden Tag im Gebet zu bewegen und frage Gott nach einem Monat, ob du weiter beten sollst oder ob ein neues Thema dran ist. Am besten wäre es, wenn du in einem Team mit anderen Fürbittern beten kannst. Schließe dich doch mit Gleichgesinnten zusammen, mach eine WhatsApp Gruppe auf und fang einfach an für ein oder zwei Anliegen zu beten! Du wirst sehen, die Empörung wird in deinem Herzen abflachen und die Siegesgewissheit durch Jesus wird sich breit machen.
Lass alle Lasten konsequent los.
Du bist nicht dazu geschaffen, die Lasten der Welt zu tragen. Social Media & Co suggerieren aber genau das. Du wirst ständig mit den neuesten Schreckensnachrichten und Bildern konfrontiert, die deine Seele nicht verarbeiten kann. Die Empörung über Ungerechtigkeit schraubt sich so ständig in die Höhe ohne irgendein Ventil zu bekommen und macht dich auf die Dauer krank. Bete jeden Tag dieses simple Gebet: Jesus, ich lasse alles und jeden los.
Gebe alle Eindrücke, alle Bilder, alle Kommentare, alles Feindselige dieser Welt an Jesus ab. Er hat all das bereits am Kreuz getragen. Es ist nicht deine Last. Deine Schultern sind zu klein!
Verbringe viel Zeit im inneren Garten.
In meinem Buch „Tochter Gottes erhebe dich“ schreibe ich in einem Kapitel über den inneren Garten. Damit meine ich den Begegnungsort mit Jesus in uns. Wenn die Welt um uns herum zu einem Schlachtfeld wird, brauchen wir diesen Rückzugsort, wo die Gegenwart Jesus stark spürbar ist und in uns alles schön und gut und friedlich macht. Dieses Begegnungen mit Jesus sind überlebenswichtig und müssen von dir selbst erlebt werden! Kein anderer kann stellvertretend für dich Jesus begegnen – das kannst nur du. Du bist für deinen inneren Garten verantwortlich. Kümmere dich gut darum und achte darauf, dass du an diesem Ort immer wieder auftankst – am besten täglich oder sogar mehrmals täglich.
Segne deine Feinde.
Hast du in deiner Empörung schon einmal diejenigen, über die du dich empörst, gesegnet? Ich nicht. Und dabei sollte das doch DAS Markenzeichen von uns Christen sein. Wenn du das nächste Mal die Empörung in dir hochkochen spürst, dann nutze diese starken Emotionen wie eine Welle, die dich ins Gebet für deine Feinde treibt. Segne sie! Sie wissen nicht, was sie tun.
Identifiziere Trauma
Oft werden wir von bestimmten Dingen deswegen so stark getriggert, weil wir selbst tief verletzt sind. Unsere Empörung hat oft ihre Wurzeln in unseren Wunden. Menschen, die sich viel mit ihrer eigenen inneren Heilung beschäftigt haben, empören sich nicht so leicht. Sie ruhen in sich. Das bedeutet nicht, dass sie Unrecht nicht ansprechen oder erkennen (oft haben sie sogar einen viel klareren Blick auf Unrecht!), aber sie bewahren dabei ihren Frieden, bleiben bei sich und verletzen in ihrer Empörung nicht andere. Ich glaube ganz tief, dass wir in einer Zeit leben, in der Gott uns sehr stark herausfordert, uns unseren Wunden zu stellen. Je stärker der Druck von außen zunimmt (und er WIRD zunehmen), desto mehr werden sich diese Wunden ihren Weg an die Oberfläche bahnen. Nutze die Empörung, die du spürst, als Anlaß, dich gut um dein Herz zu kümmern. Gehe in die Seelsorge, nehme, wenn nötig, Therapie in Anspruch. Zeige nicht so viel mit den Finger auf andere, sondern blicke einmal tief in dein Herz und frage Gott, wo du noch Heilung brauchst!
Lebe kreativ und schöpferisch.
Wir sind dazu berufen Gottes Reich zu bauen, bis Jesus wiederkommt. Sein Licht scheint durch UNS in die Dunkelheit. Wie kann das aussehen? Welche himmlischen Lösungen fließen durch dich in diese Welt hinein? Empörung legt keinen Stein auf den anderen. Empörung kann uns im schlimmsten Fall lähmen und komplett unbrauchbar für Gottes Reich machen. Frage dich das nächste Mal, wenn du Empörung spürst: Wie kann ich diese Energie, diese Emotionen dazu nutzen etwas zu tun? Etwas zu erschaffen? Etwas zu beginnen? Mich irgendwo einzuklinken? Diese Welt braucht keine Christen, die im Dauermodus empört sind und sich ständig nur beschweren, dass alles den Bach runtergeht. Diese Welt braucht Christen, die voller Motivation, Freude, Kraft und Fokus die Ruinen wiederaufbauen. Frauen, wie Esther, die trotz immenser Bedrohung ihre Stimme erheben, Männer, wie Nehemia, die trotz Widrigkeiten und Ablenkungen die Mauern Jerusalems wieder aufbauen, Menschen, wie Gideon, die sich aus der Unsichtbarkeit ins Sichtbare holen lassen.
Lässt du dich für eine Zeit, wie diese rufen? Raus aus der Empörungsfalle, hinein in ein Leben voller Farbe, Abenteuer, Kreativität, Hoffnung und Geradlinigkeit?
Ich freue mich, wenn du deine Gedanken zu diesem Blogpost in den Kommentaren mitteilst!
An dieser Stelle möchte ich dich herzlich einladen, bei der nächsten Tochter & Sohn Akademie dabeizusein, die am 16.9.24 startet. Wenn du in dieses Leben voller Kreativität und Freude hineinfinden möchtest und mehr darüber lernen möchtest, was es bedeutet ein Kind Gottes zu sein, wenn du in Zeiten der Dunkelheit dein Licht HELL scheinen lassen möchtest, dann sei bei der dreimonatigen Online Jüngerschaftsschule dabei! Mein Mann und ich leiten gemeinsam mit einem Team von Akademie Absolventen diese tiefgehende Zeit. Alle Infos findest du auf unserer Webseite!
Vor zwei Tagen habe ich mit vielen anderen Christen auf Social Media empört einen Teil der völlig entgleisten olympischen Eröffnungsfeier geteilt, nämlich die Szene wo Drag Queens mit einem Kind augenscheinlich die Szene aus Da Vincis berühmten Abendmahlgemälde nachstellten. Christen auf der ganzen Welt riefen zum Boykott der Spiele auf.
Am Tag darauf lese ich im Internet, dass die nachgestellte Szene gar nicht (zumindest nicht in erster Linie…) auf das letzte Abendmahl Bezug nahm, sondern auf ein ganz anderes Gemälde mit griechischen Göttern. Hier fand sich dann auch die direkte Verbindung zu Olympia. Natürlich empfinde ich diese Darbietung nachwievor geschmacklos und eine Beleidigung für jeden Menschen, der sich mit christlich-konservativen Werten verbunden fühlt. Und natürlich gab es regelrecht satanische Szenen, die man kaum ansehen kann. Aber der ursprüngliche Aufreger – nämlich eine direkte Verhöhnung des Abendmahls scheint es nicht gegeben zu haben. Wie gesagt – zumindest nicht in erster Linie. Dass christliche Werte durch das linksliberale Weltbild und den woken Zeitgeist mit Füßen getreten werden, ist ja aber leider nichts Neues.
Mich hat es nicht losgelassen, wie schnell ich (wieder einmal) auf den Empörungszug aufgesprungen bin. Wie stark ich mich auch offline aufgeregt habe, mit meinem Mann darüber geredet habe, meinen Kindern alles erklärt habe – im Nachhinein viel Aufregung um nichts. Das passiert mir in den letzten Jahren immer häufiger. Genauer gesagt nehme ich diese Entwicklung bei mir persönlich (und ich lade dich ein, dich auch selbst dahingehend zu beobachten und zu prüfen) seit 2020. Seit Beginn der Pandemie. Als plötzlich die Instagram Faktenchecker am Start waren, als plötzlich im Internet spürbar zensiert wurde und ich vermehrt versucht habe mich unabhängig zu informieren und mir eine eigene Meinung zu bilden. Das ist im Strudel von Social Media nicht einfach und die Empörungsfalle lauert überall zwischen Werbung und lustigen Katzenreels.
Schnell swipen wir von einer Story zur nächsten und wenn man ein bisschen was von der Welt mitbekommen will und nicht nur Wohlfühlaccounts folgt, empört man sich regelmäßig auf Social Media. Man empört sich nicht nur, man hat auch zu allem eine gefestigte Meinung (wiederum durch Social Media gebildet), die man natürlich nicht für sich behalten will. Seit 2020 geht es nicht nur mir so: Es kribbelt einen in den Fingerspitzen, man will seiner Empörung Luft machen! Und so entsteht ein Wirbelsturm von Meinungen, Überzeugungen, Vorurteilen, entrüsteter Empörung, der in unseren Herzen eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Leider auch unter Christen.
Denn sind wir mal ehrlich: Wem hilft unsere Empörung? Hilft sie dir? Hilft sie der Welt? Ist Empörung im Reich Gottes nützlich? Werden durch unsere Empörung Beziehungen gebaut und Brücken geschlagen? Zieht mich meine Empörung in Gottes Wort und näher an sein Herz?
Der Zeitgeist verspottet den christlichen Glauben ständig. Und wenn ich meine Bibel lese, dann ist mir klar, dass das nicht weniger wird, sondern sich intensivieren wird. Wir sind als Christen non-stop herausgefordert (vor allem wenn wir Social Media regelmäßig nutzen) unser Herz und unsere Intention zu prüfen. Empörung ist da eher hinderlich. Denn wenn ich immer nur meinen Kopf vor so viel Ungerechtigkeit schüttele, den ein oder anderen Kommentar hinterlasse, vor mich hin schimpfe und mein Herz mit dieser Wut permanent fülle, brenne ich über kurz oder lang aus. Wir sind einfach nicht für so viel Empörung geschaffen. Das hält unsere Seele nicht aus.
Ich kann mich daran erinnern, dass mein Mann und ich in den Zeiten vor Social Media irgendwann auf die 15 Minuten Tagesschau täglich verzichtet haben, weil uns die Berichterstattung zu sehr belastet hat. Heute wird der normale Internetnutzer jeden Tag mehrere Stunden mit negativen Nachrichten bombardiert. Das kann auf Dauer nicht gut gehen.
Jesus hat gesagt: „Euer Herz erschrecke nicht.“ (Joh. 14) Und: „Habt keine Angst.“ (Matth. 28,20) Er hat nie gesagt: Empört euch reichlich. Ich würde sagen: Empörung ist in vielleicht den meisten Fällen genau das Gegenteil von nicht-erschrecken und furchtlos sein. Unsere oft hilflose Empörung zeigt eben, dass wir erschrocken und/oder voller Angst sind.
Folgende Definition von Empörung habe ich im Internet gefunden: Von starken Emotionen begleitete Entrüstung als Reaktion auf Verstöße gegen moralische Konventionen.
Empörung wühlt uns innerlich auf, treibt unseren Puls nach oben, lässt uns irrational werden und lässt uns meistens frustriert, verägert und verbittert zurück. Weil Empörung selten etwas verändert. Weil Empörung am Ende des Tages oft nichts anderes ist als das Aufplustern in eine moralische Überlegenheit. Empörung ist ganz oft verschwendete Energie. Als Jesus über die Händler im Tempel empört war, machte er aus Stricken eine Peitsche und trieb die Händler aus dem Tempel (Joh. 2,15). Seiner Empörung folgte eine sehr intensive Handlung, die seinen Emotionen und seiner Berufung gerecht wurde. Wann hast du das letzte Mal deiner Empörung Taten folgen lassen? Wann war das letzte Mal deine Empörung im Einklang mit dem Ruf Gottes auf deinem Leben?
Frage dich mal: Wenn du dich empörst, was macht das mit dir? Wie fühlst du dich danach? Was passiert eigentlich mit all diesen intensiven Emotionen, die du während deiner Empörung empfindest? Verpuffen die? Oder setzen sie sich in deinem Herzen fest? Treibt dich deine Empörung eigentlich in ein Handeln oder ins Gebet? Oder eher ins Richten, in die Angst und Hoffnungslosigkeit?
Die Bibel rät uns, dass wir mehr als alles andere unser Herz bewahren müssen. (Sprüche 4,23). Empörung entsteht tief in unserem Herzen und anstatt, dass unsere Empörung die Welt zum Besseren verändert, wird in uns etwas kaputt gemacht. Wir werden mehr und mehr angreifbar und können immer leichter provoziert werden. Das ist eine gefährliche Entwicklung und spielt dem Feind in die Hände, der in der Endzeit die Herzen der Heiligen „aufreiben“ will (Daniel 7,25 – Schlachter). Im Englischen steht hier: Die Heiligen ermüden.
Permanente Empörung, die ins nichts läuft, ermüdet dich. Sie reibt dich auf. Sie nimmt dir den Glauben, dass Gott alles in der Hand hält und als Richter Gerechtigkeit sprechen wird.
Was also tun? Abschotten? Die Instagram App löschen? Weltfremd werden? So tun, als würde die Welt um uns herum sich nicht selbst zugrunde richten? Alles auf sich sitzen lassen? Tolerant werden?
Wie können wir Christen sein, die nicht in jede Empörungsfalle treten und die unseren Feinden nicht den Gefallen tun, sich ständig provozieren zu lassen, sondern die innerlich fokussiert und gelassen Reich Gottes bauen und dabei voller FREUDE das Kommen unseres Herrn Jesus Christus erwarten?
Dazu werde ich einen zweiten Teil dieser Mini Blogserie mit einigen praktischen Tipps schreiben.
Lass mich bis dahin gerne wissen, inwiefern du Empörung bei dir und anderen erlebst. Hast du auch das Gefühl, dass diese „Empörungskultur“ rasant zugenommen hat? Ich freue mich auf deinen Kommentar!