Gedicht

Liebesbeweis

das sonnenlicht                                                                                                                    fällt durch’s fenster                                                                                                                die vögel singen                                                                                                                  trotz frostigen temperaturen                                                                                                   ihr frühlingslied.

ich küsse mein kind                                                                                                              und atme tief ein                                                                                                                   alle ist gnade                                                                                                                     wohin ich auch sehe.

jeder herzschlag                                                                                                                   von dir gewollt                                                                                                                      jede sekunde meines lebens                                                                                            geplant von dir.

das sonnenlicht                                                                                                                   fühlt sich an                                                                                                                          wie eine sanfte berührung                                                                                                    ein zuspruch an mich                                                                                                            für diesen tag                                                                                                                         für mein leben.

‚…Ich hab dich je und je geliebt und darum habe ich dich zu mir gezogen aus lauter Güte…‘

(Jeremia 31,3)

Herzenswärme

draußen klirrt der frost                                                                                                              der boden ist hart und kalt                                                                                                         und ich friere

im ofen lodert das feuer                                                                                                            die funken sprühen                                                                                                                    und wärme strömt

die welt ist kalt und unbarmherzig                                                                                             die sehnsucht nach geborgenheit                                                                                             ist groß

sei du das feuer in meinem herzen                                                                                          nur du kannst bitterkeit wie wachs schmelzen lassen

du bist wie eine weiche decke                                                                                              ich will mich einhüllen                                                                                                               in deine wärme

 

nicht perfekt

ich bin nicht perfekt
meine zerbrechlichkeit hält dem druck nicht stand
die fassade bekommt risse

doch du füllst mich aus
und dein licht scheint
durch die zerbrochenheit hindurch

ich erkenne
du willst keine perfektion von mir
ich spüre
du nimmst selbst meine zerbrochene fassade an

je mehr risse
desto mehr von deinem licht

‚Denn so wie Gott einmal befahl: ‚Licht soll aus der Dunkelheit hervorbrechen!‘, so hat sein Licht auch unsere Herzen erhellt. … Diesen Schatz tragen wir in uns, obwohl wir nur zerbrechliche Gefäße sind. So wird jeder erkennen, dass die außerordentliche Kraft, die in uns wirkt, von Gott kommt und nicht von uns selbst.‘ 2. Kor. 4, 6+7

‚…Christus in euch, die Hoffnung der Herrlichkeit.‘

Kol. 1,27 ‚Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.‘ 1. Kor. 12,9

eine begegnung mit jesus am nachmittag

das abendessen sollte bald auf dem tisch stehen

schon wieder habe ich diesen zeitdruck
mein herz schlägt ein bißchen zu schnell
in meinem kopf rattert die to-do-liste

ich will mir
jetzt den moment nehmen
für dich
und dich anbeten
die tür mache ich zu

jetzt geht es nur um dich und mich

das essen kann noch ein wenig warten
die kinder sind gerade versorgt
meine seele sehnt sich nach dir und deiner berührung

Ein Gebet

Jesus,

schenke mir Leidenschaft für meine Kinder.
Meine Beziehung zu ihnen soll voller Hingabe sein. Ich will sie hin zu dir lieben. Ich will für sie beten und erahnen, was dein Plan für sie ist.

Jesus,
schenke mir Leidenschaft für meinen Alltag.
Meine Arbeit soll durchdrungen sein mit der Gewissheit, dass ich alles für dich tue. Das Kochen, Bügeln, Staubsaugen. Für dich, für die Ewigkeit, für dein Reich.

Jesus,
schenke mir offene Augen für die alltäglichen Wunder.
Öffne mir dir Ohren für deine Worte während ich Wäsche wasche und das Pausenbrot herrichte. Lass mich erkennen, welch wunderbare Berufung du über meinem Leben ausgesprochen hast.

Ich darf Mutter sein.

gestern auf dem weihnachtsmarkt…

kein durchkommen mit dem kinderwagen

auf dem weihnachtsmarkt
endlich sind wir
auf umwegen
an der krippe angelangt

es ist kein ärmlicher stall
sondern eine bayerische bauernkate
plastikfiguren mit dauerlächeln und dirndel
schauen auf das
baby in der krippe
goldtuch und lichterkette
sollen hinweisen auf das
halleluja der engel
und doch baumelt da von der decke nur
ein dicker cherubim

wo ist das wunder geblieben
das geschah
als der könig der könige
sich aufmachte als diener
in unsere welt
wo ist die freude der hirten geblieben
die als erste das ungeheuerliche
erahnten

die menschen lassen sich weiterschieben
im weihnachtsmarktgetümmel
weg von der krippe
weiter auf der suche

mal wieder

mal wieder
überrollt mich die müdigkeit
fehlt die kraft
sehe ich überall nur arbeit
habe ich keine geduld
bin ich kurz vor’m verzweifeln
mal wieder
spüre ich keine freude

und wieder
nimmst du mich in deinen arm
sprichst mir zuversicht zu
lässt du mich nicht fallen
bist in meiner schwachheit stark
und wieder
darf ich erfahren

du hilfst mir

alltagssturm

jesus

ich höre dein rufen
im alltagssturm

meine
to-do-liste
ist wie ein dichter nebel
versperrt mir den blick auf dich
ich spüre
wie die wellen über mir zusammenschlagen
wie ich kaum zum durchatmen komme
ich brauche einen halt
sonst gehe ich unter

geduldig
hälst du mir deine hand entgegen
bis ich sie endlich
ergreife
und gerettet bin

zeit haben

du hast alle zeit der welt
lässt dich nie aus der ruhe bringen
hast deinen ganz eigenen rhythmus

wenn wir alle schon längst fertig sind
mit dem frühstück
beißt du gerade das erste mal
von deinem nutella-brot ab

du verpaßt kein straßenrandwunder
immer wieder hälst du inne
keine noch so kleine raupe
und kein käfer
entgeht deinem blick

und ich?
ich drängle und drohe
trommle mit den fingern ungeduldig auf den tisch
ich mahne, rufe, schimpfe
und schieb dich an
der zeitdruck meiner welt
raubt dir das wunder der deinen

ich will lernen
langsamer zu werden
mich ein wenig mehr
deinem tempo anzupassen
rücksicht will ich nehmen

wenn der sekundenzeiger gnadenlos tickt
und du seelenruhig und unbeeindruckt
deiner inneren uhr folgst
dann will ich drei mal tief durchatmen
und ein stück
neben dir hergehen

Foto: Inka

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